Die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse hat rasant zugenommen und wird wohl bald die Millionengrenze übersteigen. Immer öfter gehen Unternehmen dazu über, Stammbelegschaften zu reduzieren und durch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer zu ersetzen. Diese verdienen deutlich weniger als ihre festangestellten Kolleginnen und Kollegen – obwohl sie die gleiche Arbeit machen. Leiharbeit wird zunehmend zu Lohndumping und zur Umgehung von Tarifverträgen genutzt.
Flugblatt der Woche (8. KW): Jetzt Druck machen – Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
March 1st, 2011Ergebnisse Hartz IV-Verhandlungen
February 22nd, 2011Ergebnisse der Hartz-IV-Verhandlungen:
Ein großer Erfolg für Arbeitnehmer und Arbeitslose, Ehrenamtliche, bedürftige Kinder und Kommunen
Nach einer monatelangen Blockade durch Schwarz-Gelb haben wir endlich einen Kompromiss in den Verhandlungen über das Hartz-IV-Paket erzielt. Die SPD hat echte Fortschritte für Arbeitnehmer, für Arbeitslose, für Ehrenamtliche, für bedürftige Kinder und für die Kommunen erzielt. Das hilft allen Menschen in Deutschland.
Für Arbeitnehmer: Wir haben Mindestlöhne für 1,2 Millionen Beschäftigte durchgesetzt, in der Zeitarbeit, im Sicherheitsgewerbe und in der Weiterbildungsbranche.
Für Arbeitslose: Hartz IV steigt rückwirkend zum 1. Januar 2011 um 5 Euro. Außerdem gibt es neben der regulären Erhöhung um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zum 1. Januar 2012 eine Sonderanpassung um weitere 3 Euro.
Für Ehrenamtliche: Aufwandsentschädigungen für Übungsleiter werden zukünftig bis zu 175 Euro nicht mehr auf den Regelsatz angerechnet.
Für Kinder: Wir haben das Bildungspaket kräftig ausgebaut. 500.000 bedürftige Kinder werden zusätzlich am Bildungspaket teilhaben. 3.000 Sozialarbeiter können sich künftig um Kinder und Jugendliche an Schulen in sozialen Brennpunkten kümmern. Bedürftige Kinder erhalten ein kostenloses Mittagessen in Schulen, Kitas und Horten.
Für Kommunen: Der Bund übernimmt ohne Vorbedingungen schrittweise bis 2014 die Kosten der Grundsicherung im Alter. Die Kommunen werden dadurch beginnend ab 2012 um 1,2 Milliarden Euro bis zur vollen Summe von 4 Milliarden Euro pro Jahr ab 2014 entlastet. Zusätzlich übernimmt der Bund die tatsächlichen Kosten des Bildungspaketes.
Der jetzt gefundene Kompromiss soll am 22. Februar 2011 im Vermittlungs-ausschuss und voraussichtlich am 25. Februar 2011 in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.
Keine Einigung gab es beim Thema gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Hier hat sich die FDP bis zuletzt allen vernünftigen Lösungen widersetzt. Wir sind nicht bereit, schlechte Kompromisse auf Kosten der Leiharbeiter einzugehen. Wir kämpfen deshalb zusammen mit den Gewerkschaften weiter für gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
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Verzögerung durch Uneinigkeit der schwarz-gelben Koalition
Die Verhandlungen über die Regelsätze haben sich monatelang verzögert. Die fortgesetzte Handlungsunfähigkeit des Regierungslagers hat die Suche nach einem Kompromiss erschwert und verzögert. Grund war insbesondere die Blockade der FDP gegen jeden sozialen Fortschritt und die offene Uneinigkeit zwischen Bundes- und Landesebene der Union. Am 8. Februar hatte die Bundesregierung die Verhandlungen vorsätzlich abgebrochen. Durch die Initiative der SPD und auf Vermittlung des Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck kamen die Gespräche wieder in Gang.
Klare Ziele und Kompromissbereitschaft der SPD
Die SPD hatte klare Ziele im Vermittlungsverfahren: Wir wollten erreichen, dass das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum und auf gleiche Teilhabe an Bildung und am gesellschaftlichen Leben tatsächlich erfüllt wird. Und wir haben gefordert, Armut auch dort zu bekämpfen, wo Menschen trotz Arbeit hilfsbedürftig sind. Denn wir wollen die Abhängigkeiten von staatlichen Sozialtransfers verringern.
Die SPD hat von Anfang ihre Bereitschaft zum Kompromiss deutlich gemacht und durch konstruktive Alternativvorschläge in den Verhandlungen belegt, dass wir nicht an fruchtlosen Schaukämpfen, sondern am Ergebnis interessiert sind.
Gute Verhandlungen mit den Grünen
Wir haben die Verhandlungen in enger und guter Zusammenarbeit mit den Grünen geführt. Am Ende konnten die Grünen dem gefundenen Kompromiss nicht zustimmen. Das bedauern wir. Grund waren die Zweifel der Grünen an der Verfassungsmäßigkeit des Regelsatzes.
Tatsächlich bleiben hier offene Fragen hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit der Berechnungsmethoden. Die Bundesregierung hat an dieser Stelle auf ihrer Rechtsauffassung beharrt. Sie trägt die volle Verantwortung und das Risiko bei einer erneuten verfassungsrechtlichen Überprüfung der Regelsätze.
Ein Erfolg für Arbeitnehmer, Arbeitslose, Kinder und Kommunen
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse sind ein Erfolg für die 1,2 Millionen Arbeitnehmer, die jetzt Mindestlöhne bekommen. Gewonnen haben auch arbeitslose Menschen, die einen höheren Regelsatz erhalten. Zu den Gewinnern gehören die Kinder erwerbsloser Eltern, die ein besseres Bildungspaket bekommen. Und schließlich profitieren die Kommunen, weil der Bund die Grundsicherung im Alter übernimmt.
Insgesamt haben wir sozialen Fortschritt in Deutschland durchgesetzt. Das ist ein Erfolg für die SPD. Dieser Erfolg ist zum guten Teil der Beharrlichkeit und Geschlossenheit in der sozialdemokratischen Verhandlungsführung um Manuela Schwesig und Kurt Beck zu verdanken.
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1. Bildungspaket verbessert und Kommunen finanziell abgesichert
Wir haben durchgesetzt, dass zusätzlich 500.000 Kinder von Geringverdienern einen Anspruch auf die Bildungs- und Teilhabeleistungen erhalten. Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzentwurfs von Ministerin von der Leyen im Bundeskabinett haben wir erreicht, dass neben den 1,7 Mio. Kindern in der Grundsicherung auch die rund 300.000 Kinder von Kinderzuschlagsempfängern in den Kreis der Anspruchsberechtigten beim Bildungs- und Teilhabepaket einbezogen werden. Kinderzuschlag erhalten Eltern, darunter viele Alleinerziehende, deren Einkommen zwar für die eigene Existenzsicherung, aber nicht für die ihrer Kinder ausreicht, so dass sie andernfalls auf ergänzende Transferleistungen der Grundsicherung angewiesen wären. Im Vermittlungsverfahren konnten wir gegen Union und FDP durchsetzen, dass auch die etwa 160.000 bis 200.000 Kinder von Wohngeldempfängern einen Anspruch auf die Leistungen für Kita- und Schulausflüge, die Lernförderung und das Teilhabebudget für Sport, Musik und Kultur erhalten.
Wir haben durchgesetzt, dass sich künftig 3.000 Schulsozialarbeiter an Schulen direkt um die Kinder und Jugendlichen kümmern. 3.000 zusätzliche Schulsozialarbeiter können sich nun in Zukunft an Schulen in sozialen Brennpunkten direkt um Kinder und Jugendliche kümmern. Der Bund stellt dazu zunächst bis 2013 die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung.
Damit ist es uns gelungen, einen Einstieg in den flächendeckenden Ausbau der Schulsozialarbeit an den Schulen durchzusetzen und die Bildungsangebote vor Ort zu stärken. Diese Fachkräfte fördern ein positives Lernklima an den Schulen, eine enge Zusammenarbeit von Schule mit dem sozialräumlichen Umfeld und stärken die soziale Integration insgesamt. Schulsozialarbeiter kennen die Kinder und ihre Familien sowie ihre individuellen Unterstützungsbedarfe aus dem täglichen Erleben. Der Ausbau der Schulsozialarbeit ist deshalb ein wichtiges Instrument, um die Kinder und ihre Eltern dabei zu unterstützen, die ihnen zustehenden Leistungen zur Bildungs- und soziokulturellen Teilhabe auch wirklich nutzen zu können. Zusätzliche Schulsozialarbeiter sind auch ein notwendiger Schritt für den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen.
Wir haben verhindert, dass Geld für unnötige Bürokratie verschwendet wird, und durchgesetzt, dass das Bildungs- und Teilhabepaket direkt und unbürokratisch von den Kommunen umgesetzt wird. Der Gesetzentwurf von Union und FPD sah vor, die Job-Center mit der Umsetzung des Bildungspakets zu beauftragen. Dies wäre mit einem enormen und unverhältnismäßig kostspieligen Mehraufwand an Bürokratie verbunden gewesen. Die Bundesagentur für Arbeit rechnete mit einem zusätzlichen Personalbedarf von 1.300 Mitarbeitern, die Hunderte von Einzelvereinbarungen mit Nachhilfelehrern,
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Musikschulen oder Sportvereinen verwalten und Tausende von Gutscheinen und Kostenübernahmen hätten abrechnen müssen. Die SPD hat diesen bürokratischen Unsinn der Koalition in den Vermittlungsverhandlungen verhindert – und durchgesetzt, dass das Bildungspaket dorthin kommt, wo es hingehört: in die Verantwortung der Städte und Gemeinden. Damit konnten wir erreichen, dass die Bildungs- und Teilhabeleistungen unmittelbar auf den vorhandenen kommunalen Strukturen aufbauen, Doppelstrukturen vermieden und die vor Ort vorhandene Erfahrung im Interesse der Kinder und Jugendlichen genutzt werden kann.
Wir haben durchgesetzt, dass die Kosten, die den Kommunen zur Umsetzung des Bildungspakets entstehen, vom Bund verlässlich, verfassungssicher und bedarfsgerecht erstattet werden. Die SPD hat sich in den Verhandlungen für eine ehrliche und vollständige Finanzierung des Bildungspakets durch den Bund eingesetzt, bei der die Kommunen alle tatsächlichen Kosten für das Bildungspaket abrechnen können. Der beste Weg wäre gewesen, die Bundesfinanzierung in Form einer Ist-Kosten-Abrechnung über Artikel 91e GG sicherzustellen, der das Zusammenwirken von Bund, Ländern und Gemeinden bei der Grundsicherung regelt. Diese Lösung war nicht nur von der SPD, sondern auch vom Deutschen Städtetag sowie vom Deutschen Städte- und Gemeindebund favorisiert worden. Union und FDP haben diese Lösung leider abgelehnt.
In den letzten Verhandlungsrunden konnte die SPD erreichen, dass den Kommunen für die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets die tatsächlichen Kosten erstattet werden. Dies geschieht über einen Aufschlag auf den Bundesanteil an den Kosten der Unterkunft (KdU). Der Bundesanteil für die KdU wird auf 25,1 Prozent der Ist-Kosten erhöht. Länderspezifische Sonderquoten bleiben erhalten. Hinzu kommt der Aufschlag zur Erstattung der Kosten des Bildungs- und Teilhabepaketes. Diese Kostenerstattung wird jährlich angepasst.
Wir haben außerdem durchgesetzt, dass der Bund zur Verbesserung der kommunalen Finanzlage die Finanzierung der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ohne Vorbedingungen zunächst schrittweise und ab 2014 vollständig übernimmt. Dadurch werden die Kommunen in 2012 um 1,2 Mrd. Euro, in 2013 um 2,7 Mrd. Euro und ab 2014 um rund 4 Mrd. Euro entlastet.
Dies geschieht, ohne Vorbedingungen, d.h. insbesondere, dass die Kommunen keine Schmälerung ihrer Einnahmen aus der Gewerbesteuer hinnehmen müssen. Zur Gegenfinanzierung plant die Bundesregierung bis zu 0,5 Mehrwertsteuerpunkte von der Bundesanstalt für Arbeit zu übertragen. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, für eine auskömmliche Finanzierung der Bundesagentur der Arbeit zu sorgen und die Leistungsfähigkeit der Arbeitsförderung zu gewährleisten.
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Wir haben durchgesetzt, dass die Kosten für das gemeinsame Mittagessen nicht nur an Kitas und Schulen, sondern auch an Horten übernommen werden. Unsere Forderung, dass alle Kinder die Möglichkeit haben sollen, in der Kita oder der Schule ein warmes und gesundes Mittagessen zu erhalten, hat Ministerin von der Leyen frühzeitig aufgegriffen. Geradezu absurd war allerdings, dass sie öffentlichkeitswirksam Mittagessen für alle bedürftigen Kinder versprach, aber mit ihrem Gesetz gerade einmal 300.000 Kindern ein Mittagessen zubilligen wollte. 500.000 bedürftige Kinder sollten außen vor bleiben. Ministerin von der Leyen wollte keine Kosten für diejenigen Schüler übernehmen, die nicht in der Schule, sondern im Hort zu Mittag essen. Die SPD konnte durchsetzen, dass zunächst befristet bis Ende 2013 alle Horte in die Förderung einbezogen werden. Sofern die Schulen Verträge mit den Horten schließen, kann das Mittagessen in den Horten dauerhaft über die Kostübernahme des Bundes für das Bildungspaket finanziert werden.
Für uns bleibt klar: Dem weiteren Ausbau der Infrastrukturen an Ganztagsschulen und Kindertagesstätten kommt eine entscheidende Schlüsselfunktion zu, um Kindern einen diskriminierungsfreien Zugang zu guter Bildung und Betreuung zu verschaffen und Männern wie Frauen durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben zu ermöglichen.
2. Mindestlöhne durchgesetzt
Mindestlohn für die Leiharbeit Für die knapp 1 Mio. Leiharbeitnehmer in Deutschland wird bis spätestens zum 1. Mai 2011 im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ein echter Mindestlohn festgesetzt. Die FDP konnte ihre Blockade hier nicht halten. Das ist ein großer Erfolg. Der jeweilige tarifliche Mindestlohn bildet künftig die absolute Lohnuntergrenze (derzeit 7,59 Euro) und gilt sowohl für die verleihfreie Zeit als auch die Zeit des Einsatzes beim entleihenden Unternehmen. Damit verhindern wir Lohndumping zu Lasten von Leiharbeitnehmern und geben ihnen ein Stück Planbarkeit des Lebens zurück. Jeder Beschäftigte in der Leiharbeitsbranche kann in Zukunft damit rechnen, dass er mindestens dieses vereinbarte Mindestentgelt bekommt.
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Mindestlohn für die Aus- und Weiterbildungsbranche Für die rund 22.500 Beschäftigen in der Aus- und Weiterbildungsbranche wird in Zukunft ein Mindestlohn gelten. Der im Mai 2009 zwischen Verdi, GEW und der Zweckgemeinschaft von Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB) vereinbarte Mindestlohntarifvertrag wird über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz für allgemeinverbindlich erklärt. So wird endlich Lohndumping in der Branche verhindert und ein notwendiger Qualitätsstandard für die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitslosen oder von der Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen eingeführt. Wir stärken damit die Qualität der aktiven Arbeitsmarktpolitik und setzen notwendige Mindeststandards für die Beschäftigten.
Mindestlohn für Sicherheitsdienstleistungen Wir haben Mindestlöhne für die 170.000 Beschäftigen der Sicherheitsdienstleistungsbranche durchgesetzt. Der Mindestlohntarifvertrag zwischen Verdi und dem Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. (BDWS) wird über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz für allgemeinverbindlich erklärt. Vor dem Hintergrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit zum 1. Mai 2011 verhindern wir damit Lohndumping in einer Branche, die sonst von Billiganbietern aus Osteuropa, die nicht selten gerade einmal zwei Euro pro Stunde bezahlen, bedroht wäre.
3. Kompromiss bei den Regelsätzen erreicht
Wir haben erreicht, dass die Regelsätze nicht nur rückwirkend zum 1. Januar 2011 um 5 Euro auf 364 Euro, sondern es außerdem zum 1. Januar 2012 eine Sonderanpassung um 3 Euro gibt. Die dann erreichten 367 Euro sind Basis für die reguläre Anpassung auf Basis der Lohn- und Preisentwicklung. Die Sonderanpassung berücksichtigt die Preis- und Lohnentwicklung des ersten Halbjahres 2010, die bislang nicht berücksichtigt werden sollte.
In den Verhandlungen konnten wir deutliche Verbesserungen für Hartz IV-Empfänger durchsetzen, die als Übungsleiter oder sonst ehrenamtlich tätig sind. Bis zu 175 Euro werden künftig nicht auf den Regelsatz angerechnet.
Die Bundesregierung hat sich schließlich verpflichtet, eine Lösung mit dem Ziel zu erarbeiten, dass in der Sozialhilfe diejenigen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben und mit anderen einen gemeinsamen Haushalt führen, den vollen Regelsatz erhalten. Hiervon würden insbesondere Menschen mit Behinderungen profitieren.
Zudem konnte im Vermittlungsverfahren das Problem gelöst werden, dass die Bundesregierung die Kosten der Warmwasserbereitung bei der Neufassung der Regelsätze schlicht vergessen hatte. Allein die Korrektur dieses Versehens entlastet die Kommunen sowie die Hartz-IV Empfänger im Jahr um rund 400 Mio. EUR.
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Fragen bleiben hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit der Berechnungsmethoden. Die Bundesregierung hat an dieser Stelle auf ihrer Rechtsauffassung beharrt. Sie trägt die volle Verantwortung und das Risiko bei einer erneuten verfassungsrechtlichen Überprüfung der Regelsätze.
4. Keine Einigung bei „Gleichem Lohn“ für Leiharbeiter
Kein fauler Kompromiss bei „Equal Pay“ zwischen Leih- und Stammbelegschaften. Die SPD hat sich in den Verhandlungen dafür stark gemacht, dass Leiharbeitnehmer während ihres Einsatzes in entleihenden Unternehmen mit den Kollegen, die fest angestellt sind, gleich behandelt werden. Dass von diesem Gleichbehandlungsgrundsatz nach unten abgewichen werden kann, ist für uns nicht nur eine soziale Ungerechtigkeit sondern richtet auch volkswirtschaftliche Schäden an. Die Ungleichbehandlung führt dazu, dass immer mehr Stammbeschäftige dauerhaft durch Leiharbeitnehmer ersetzt und somit Normalarbeitsverhältnisse vernichtet werden. Wir brauchen aber gute und sichere Arbeitsplätze mit einer Entlohnung, von der Menschen leben können, nicht zuletzt, um die lahmende Binnennachfrage in Deutschland zu stärken, den Aufschwung und die Wohlstandsentwicklung auf eine breite Basis zu stellen.
Die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP sind bei der Gleichbehandlung zwischen Stamm- und Leihbelegschaften von ihrer Blockadehaltung nicht abgerückt. Die FDP hat bis zuletzt darauf beharrt, gleichen Lohn erst nach 9 Monaten des Einsatzes einzuführen und hat damit die Interessen einer Unternehmerklientel bedient. Gleicher Lohn nach 9 Monaten würde aber fast allen Leiharbeitern überhaupt nicht helfen, weil sie meist viel kürzer eingesetzt werden. Darüber hinaus wäre zu befürchten, dass die Arbeitgeber eine solche Regelung schlicht umgehen würden, indem sie die Leiharbeiter nach 9 Monaten auswechseln. Eine Gleichbehandlung, die in der betrieblichen Realität keinem Arbeitnehmer zugute kommt, verhöhnt die Betroffenen.
Wir setzen uns weiterhin gemeinsam mit den Gewerkschaften für die vollständige Gleichbehandlung zwischen Stamm- und Leihbelegschaften ein. Dies ist ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Vernunft.
Flugblatt der Woche (7.KW): Ergebnisse der Hartz-IV-Verhandlungen
February 22nd, 2011Nach einer monatelangen Blockade durch Schwarz-Gelb haben wir endlich einen Durchbruch in den Verhandlungen über das Hartz-IV-Paket erzielt. Die SPD hat echte Fortschritte für Arbeitnehmer, für Arbeitslose, für bedürftige Kinder und für die Kommunen erzielt. Das hilft allen Menschen in Deutschland. Dieser Erfolg ist auch der Beharrlichkeit und Geschlossenheit in der sozialdemokratischen Verhandlungsführung um Manuela Schwesig und Kurt Beck zu verdanken.
Flugblatt der Woche (7.KW): Solide Finanzen – starke Städte und Gemeinden
February 18th, 2011Die Finanzlage der Städte und Gemeinden in Deutschland wird immer bedrohlicher. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Kommunen das größte Defizit seit Bestehen der Bundesrepublik: Die Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen wuchs auf die Rekordsumme von 9,8 Milliarden Euro. Und trotz der guten wirtschaftlichen Lage soll sie auch 2011 nur knapp darunter bei 9,6 Milliarden Euro liegen.
NEU! Flugblatt der Woche (6. KW): SPD erreicht Fortsetzung der Verhandlungen
February 16th, 2011Die SPD hat es im Bundesrat möglich gemacht: Die zunächst gescheiterten Verhandlungen zu Regelsätzen, Bildungspaket und der Leiharbeit werden im Vermittlungsausschuss wieder aufgenommen. Es ist gut, dass alle Länder dem Vorschlag von Kurt Beck gefolgt sind.
Die Kampagne „Guter Lohn für Gute Arbeit“ in der aktuellen Debatte
February 16th, 2011Verteiler (nur per Mail)
Parteirat
Parteivorstand
UB-GeschäftsführerInnen
UB Vorsitzende
OV Vorsitzende
Ltd. Landes- und BezirksgeschäftsführerInnen
Landes- und Bezirksvorsitzende
MdEP, MdB, MdL
WBH-MitarbeiterInnen
Lieber Werner Rücker,
die Auseinandersetzungen der letzten Tage und Wochen über die Regelsätze im SGB II haben gezeigt, dass wir eine Debatte über Lohnpolitik in Deutschland brauchen. Es geht nicht an, dass 1,3 Mio. Menschen in Deutschland zusätzlich zu ihrem Lohn Sozialleistungen beantragen müssen. Wer unseren Sozialstaat ehrlich entlasten und für mehr Gerechtigkeit sorgen will, der muss sich für ordentliche Löhne einsetzen: Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Wir wollen Löhne, die zum Leben reichen. Und wir wollen, dass der Aufschwung auch bei denen ankommt, die ihn erwirtschaften. Dafür setzen wir uns ein.
Die Lohnpolitik wird auch ein zentrales Thema auf der Betriebsräte- und Gewerkschafterkonferenz morgen in Mannheim sein. Sigmar Gabriel und andere Mitglieder der Parteispitze werden dort mit DGB-Chef Michael Sommer und vielen weiteren Gewerkschaftern und Arbeitnehmervertretern über eine fortschrittliche Politik für sichere Arbeit und gerechte Löhne diskutieren. Position hat das Präsidium heute in einer >> Mannheimer Erklärung zusammengefasst.
Wir setzen damit den Startschuss für unsere Kampagne „Guter Lohn für Gute Arbeit”. Sie ist neben „Gesundheit für alle” die zweite zentrale Kampagne im ersten Halbjahr 2011. In der Kampagne wollen wir die Menschen selbst zu Wort kommen lassen. Deshalb haben wir Menschen auf der Straße angesprochen. Eine Angestellte, ein Kfz-Mechaniker, ein angestellter Arzt und eine Erzieherin stellen die Forderungen an gute Arbeitspolitik.
Die Motive sind als Plakate erhältlich. Außerdem haben wir die >> Kernforderungen in einem Flyer zusammengestellt. Und damit jede und jeder den Anspruch an gute Arbeit sichtbar vertreten kann haben wir die Sprechblasen als Buttons und Aufkleber erstellt. An die Jacke gesteckt, auf Fotos oder Gegenstände geklebt kannst Du selbst oder andere sprechen lassen. Alle Materialien kannst Du Dir >> hier in der Übersicht ansehen und direkt >> im SPD-Shop bestellen.
Werde selbst aktiv!
Auf >> gutearbeit.spd.de findest Du aktuelle Berichte und Materialien.
Für Eure Infostände, Fragen aus dem Bekanntenkreis oder Eure Abendveranstaltung haben wir die Argumente noch einmal zusammengestellt und Muster für die Parteiarbeit vor Ort erstellt.
Zum Thema Aufschwung und gute Löhne:
>> Flugblatt „Wirtschaft rauf – Löhne rauf”
>> SPD Aktuell „Wirtschaft rauf – Löhne rauf”
>> Muster-Pressemitteilung „Aufschwung für alle”
>> Vorschlag für eine Veranstaltung zum Thema
Zum Thema Hartz-IV-Verhandlungen:
>> Flugblatt der Woche „SPD erreicht Fortsetzung der Verhandlungen”
>> SPD Aktuell “Fakten und Argumente zum Vermittlungsausschuss zu Hartz IV”
Wenn Du über den Fortgang der Kampagne informiert werden möchtest, kannst du unseren >> Newsletter “Guter Lohn für Gute Arbeit” abonnieren.
Lasst uns in den kommenden Wochen besonders eng an der Seite derjenigen stehen, die den Wohlstand in unserem Land erarbeiten. Wir machen deutlich: Die SPD ist die Partei der Arbeit.
Deine
Astrid Klug
Bundesgeschäftsführerin der SPD
Flugblatt der Woche (6. KW): Merkel lässt Hartz-IV-Verhandlungen scheitern
February 10th, 2011Für das Scheitern der Verhandlungen im Vermittlungs-ausschuss zum Arbeitslosengeld II, zum Bildungspaket und zur gleichen Bezahlung in der Leiharbeit ist die Kanzlerin selbst verantwortlich. Es hätte die Möglichkeit gegeben, die Vorschläge der Regierung gemeinsam mit Grünen und SPD im Interesse der Menschen zu verbessern: Ein Bildungspaket für Kinder, das seinen Namen verdient, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gerechte Mindestlöhne und verfassungskonforme Regelsätze für das ALG II. Die SPD war dazu bereit.
Mehr
Mit Lösungen überzeugen” Jahresauftaktklausur: Bildung, Arbeit und stabile Kommunalfinanzen im Fokus der SPD
February 7th, 2011Liebe Genossinnen, liebe Genossen,
am vergangenen Wochenende hat in Walsrode die Jahresauftaktklausur des Landesveorstandes, Vorstandes der Landtagsfraktion und der Nds. Landesgruppe im Bundestag stattgefunden. Anliegend übersende ich Euch die Pressemitteilung sowie die Beschlüsse.
SPD-Landesverband Niedersachsen
Pressemitteilung 11 / 2011
Sonntag, 6. Februar 2011
„Mit Lösungen überzeugen“
Jahresauftaktklausur: Bildung, Arbeit und stabile Kommunalfinanzen im Fokus der SPD
Hannover/Walsrode. Mit Lösungen für die drängenden Probleme in Niedersachsen ist die SPD in das Kommunalwahljahr 2011 gestartet. Auf der gemeinsamen Jahresauftaktklausur von SPD-Landesvorstand, den SPD-Bundestagsabgeordneten und dem Vorstand der SPD-Landtagsfraktion berieten die Spitzen der niedersächsischen Sozialdemokratie am Freitag und Samstag in Walsrode das „Niedersachsenpapier – Mit Lösungen überzeugen.“
„Mit diesem Positionspapier stecken wir den Rahmen für die sozialdemokratische Politik der nächsten Jahre ab. Das Niedersachsenpapier bietet das, was der CDU fehlt: eine klare Richtung, eine positive Perspektive und eine realistische Gestaltungsgrundlage für Niedersachsen“, sagte SPD-Landeschef Olaf Lies nach der Klausur, an der rund 70 Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten teilnahmen. Für die Kommunalwahl gab Lies die Losung aus: „Die SPD wird die stärkste Kraft in den Städten und Gemeinden. Das ist die Basis für den Regierungswechsel in Niedersachsen 2012/2013.“
Schwerpunkte in dem Niedersachsenpapier sind eine verbesserte Unterstützung von Familien, etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung, eine Bildungspolitik, die keine Schulform benachteiligt, die Verbesserung der Einnahmen von Städten und Gemeinden durch die Einführung des „Kommunalmodells“ sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen durch eine stärkere Innovationsförderung. „Den Vorsprung, den Niedersachsen in der Automobilindustrie, der Luftfahrt und bei der Windkraft hat, müssen wir halten und ausbauen. Die SPD wird sich der insbesondere der Zukunft der Werften widmen, da diese Landesregierung den Fortschritt im Bereich des Spezialschiffbaus komplett verschlafen hat. Wir werden die Innovationen im Bau von Errichterschiffen gezielt fördern“, so Lies.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Stefan Schostok, sagte: „Für die SPD gehören ein familienfreundliches Lebensumfeld, gut bezahlte Arbeitsplätze und handlungsfähige Kommunen zusammen. Wir stehen für eine Politik aus einem Guss, das ist der Leitgedanke für sozialdemokratische Politik in Niedersachsen“. Die Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen erwarteten zu Recht die Chance auf bestmögliche Schulabschlüsse vor Ort, einen sicheren Zugang zu medizinischer Versorgung auch im ländlichen Raum sowie eine hochwertige Infrastruktur für Unternehmen, zur Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Die Niedersachsen verlangen nach einer Alternative zu dieser Landesregierung. Das geht nur mit uns. Wir machen Niedersachsen gerecht, stark und zukunftsfest“, so der Fraktionsvorsitzende.
Der Bundesvorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, hatte bereits am Freitagnachmittag die Finanzmisere der niedersächsischen Kommunen analysiert. „Der finanzielle Niedergang der Städte und Gemeinden in Niedersachsen ist die unmittelbare Folge einer systematischen Aushöhlung der kommunalen Einnahmekraft. 60 Prozent des Haushaltsdefizits der niedersächsischen Kommunen gehen direkt auf Steuersenkungen zurück. Es ist beschämend, dass diese Landesregierung nicht auf der Seite der Opfer steht. Sie ist vielmehr zum Mittäter geworden, weil sie allen Gesetzen zum Nachteil der Kommunen im Bundesrat zugestimmt hat“, sagte Weil. Die SPD hingegen steht für eine aufgabengerechte Mindestausstattung der Kommunen. Diese müsse durch eine Verfassungsänderung garantiert werden, wie es in einem Beschluss des SPD-Landesvorstandes vom Samstag heißt. Außerdem sprach sich der SPD-Landesvorstand für eine Entlastung der Kommunen von den laufend steigenden Sozialausgaben aus und kündigte an, die Kürzung des Finanzausgleichs von 2005 nach der Regierungsübernahme in Niedersachsen zurückzunehmen. Die Sozialdemokraten lehnten entschieden das Schünemann-Modell zur Neuordnung der Gemeindefinanzen als „neoliberalen Klimbim“ und als „gemeinde- und bürgerfeindlich“ ab. „Wir setzen uns stattdessen für eine Revitalisierung der Gewerbesteuer durch Einbeziehung der systemwidrig begünstigten Selbstständigen, Freiberufler und Landwirte ein“, sagte die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und Sprecherin der niedersächsischen SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller.
Bei der Jahresaustaktklausur beschäftigte sich die Niedersachsen-SPD auch mit den Auswirkungen der Bundeswehrreform auf die Standorte im Land. Lars Klingbeil, örtlicher Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Verteidigungsausschuss, warnte in Walsrode vor Standortschließungen zu Ungunsten Niedersachsens. „Bis Mitte des Jahres will das Verteidigungsministerium konkrete Zahlen über Standortschließungen auf den Tisch legen. Wir hoffen, dass Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg hier transparent und ausgewogenen vorgeht. Es darf nicht sein, dass Niedersachsen hart getroffen und Bayern bevorzugt wird“, sagte Klingbeil mit Blick auf die vielen Bundeswehrstandorte in der Heimat des Verteidigungsministers. Niedersachsen habe durch den Abzug der Briten schon besondere Lasten zu tragen, erinnerte der Verteidigungsexperte. „Die SPD erwartet vom Land Niedersachsen und vom Bund Unterstützung für die betroffenen Kommunen“, so Klingbeil.
Flugblatt der Woche (5.KW): Frauen brauchen gleiche Rechte und Chancen
February 7th, 2011In Deutschland ist die Zahl der Frauen in Führungspositionen immer noch verschwindend gering. Frauen haben viel schlechtere Aufstiegschancen als Männer und werden schlechter entlohnt. Doch statt endlich zu handeln, verabschiedet sich die schwarz-gelbe Bundesregierung von einer gesetzlichen Frauenquote für Unternehmen. Dies hat die Bundeskanzlerin definitiv erklärt.
Flugblatt der Woche (4.KW): Schwarz-Gelb blockiert gerechte Löhne
February 7th, 2011Bei den Verhandlungen im Vermittlungsausschuss zur Arbeitslosengeld-II-Erhöhung und zum Bildungspaket gibt es einen ersten Erfolg: Nach hartem Druck hat sich die SPD mit der Forderung durchgesetzt, dass das Bildungspaket von den Kommunen in eigener Regie umgesetzt und vom Bund in voller Höhe erstattet wird. Dagegen blockiert Schwarz-Gelb weiterhin Mindestlöhne und gerechte Löhne für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter.